Private Exit und Torsten Jungbluth

Private Exit ist die Antwort auf eine Schulden- und Währungspolitik, die in zunehmendem Ausmaß Risiken beinhaltet. Bei der Einführung des Euro wurden den Bürgern vertraglich Stabilitätskriterien und die „no-bail-out-Klausel“ zugesagt. Die Stabilitätskriterien wurden bald gebrochen und sind bis heute nicht wieder hergestellt. Bürger im Euroraum finden sich in einer Welt rasch steigender Staatsschulden, häufig schwacher Notenbankbilanzen und mäßigen Wirtschaftswachstums wieder. Anlageklassen und auch Lagerkonzepte, die hier die für diese Situation typischen Risiken reduzieren sind in diesen Zeiten wichtiger denn je. Hier die Argumentation zur Einordnung dieser erweiterten Risikobetrachtung im Vermögen:

Einleitung

Die klassische Finanzberatung im Privatkundenbereich konzentriert sich in ihrer Risikobetrachtung primär auf Markt-, Produkt- und Emittentenrisiken. Diese Perspektive ist sinnvoll, da sie unmittelbare Schwankungen und Ausfallrisiken einzelner Anlagen adressiert. Gleichzeitig bleibt sie jedoch unvollständig, da sie strukturelle Rahmenbedingungen weitgehend als stabil voraussetzt. Vermögen existiert jedoch nicht isoliert, sondern innerhalb rechtlicher, politischer und
monetärer Systeme, deren Stabilität selbst nicht garantiert ist. Eine erweiterte Risikobetrachtung muss daher auch
jene Faktoren einbeziehen, die nicht auf Ebene einzelner Produkte wirken, sondern auf Ebene des Systems,
innerhalb dessen Vermögen gehalten wird.

Die Grenzen klassischer Risikomodelle

Regulatorische Rahmenwerke wie MiFID haben die Transparenz in der Finanzberatung deutlich erhöht. Anleger
werden umfassend über Risiken aufgeklärt, die sich aus Preisbewegungen, Bonität oder Liquidität ergeben. Diese
Modelle basieren jedoch implizit auf der Annahme stabiler Rahmenbedingungen. Die Integrität von
Bankensystemen, die Verfügbarkeit von Liquidität und die Durchsetzbarkeit von Eigentumsrechten werden als
gegeben betrachtet. Historisch zeigt sich jedoch, dass gerade diese Faktoren in Krisenzeiten nicht konstant bleiben.
Die Konzentration auf produktbezogene Risiken blendet damit eine zentrale Dimension aus: die Stabilität und die Qualität des Systems selbst.

Makroökonomischer Kontext und struktureller Druck

Die volkswirtschaftliche Ausgangslage in der Eurozone ist durch mehrere langfristige Trends geprägt. Die
Staatsverschuldung bewegt sich aktuell in einer Größenordnung von etwa 90–100 % des Bruttoinlandsprodukts,
wobei einzelne Länder deutlich darüber liegen. Gleichzeitig führt der demografische Wandel zu steigenden
Sozialausgaben bei sinkendem Erwerbspersonenpotenzial. In Kombination mit zunehmendem globalem
Wettbewerbsdruck ergibt sich ein Umfeld begrenzter fiskalischer Handlungsspielräume. Diese Konstellation erhöht
den politischen Anreiz, Anpassungen nicht ausschließlich über Ausgabenkürzungen oder Steuererhöhungen
vorzunehmen, sondern über monetäre Mechanismen, die weniger unmittelbar wahrgenommen werden.

Finanzielle Repression als Anpassungsmechanismus

Der Begriff der finanziellen Repression beschreibt ein Bündel wirtschaftspolitischer Maßnahmen, mit denen Staaten
ihre Schuldenlast real reduzieren. Dazu zählen insbesondere Phasen negativer Realzinsen, eine gezielte
Regulierung von Kapitalströmen sowie eine implizite Bevorzugung staatlicher Schuldtitel. Für Anleger bedeutet
dies, dass nominale Vermögenswerte über längere Zeiträume an realer Kaufkraft verlieren können, selbst wenn sie
formal verzinst werden. Historische Daten zeigen, dass solche Phasen nicht die Ausnahme, sondern
wiederkehrende Bestandteile wirtschaftlicher Anpassungsprozesse sind. Die Konsequenz ist meistens keine plötzliche Enteignung, sondern eine schleichende Verschiebung von Vermögenswerten.

Standortrisiken und rechtliche Rahmenbedingungen

Neben monetären Effekten spielen rechtliche Rahmenbedingungen eine eigenständige Rolle.
Kapitalverkehrskontrollen, steuerliche Sondermaßnahmen oder regulatorische Eingriffe können die Verfügbarkeit
von Vermögen unmittelbar beeinflussen. Die Ereignisse in Zypern im Jahr 2013, bei denen Bankguthaben zeitweise
nur eingeschränkt verfügbar waren, verdeutlichen, dass solche Maßnahmen nicht rein theoretischer Natur sind.
Auch historische Beispiele wie der Lastenausgleich in Deutschland zeigen, dass staatliche Eingriffe in
Vermögensstrukturen unter bestimmten Bedingungen politisch durchsetzbar sind. Diese Risiken wirken unabhängig
von der Qualität einzelner Anlagen und betreffen die Ebene der Jurisdiktion, in der Vermögen gehalten wird.

Institutionelle Perspektive

In der Strukturierung großer Vermögen ist die Berücksichtigung unterschiedlicher Rechtsräume seit langem
etabliert. Family Offices und internationale Investoren verteilen Vermögenswerte gezielt über mehrere
Jurisdiktionen, um politische und regulatorische Risiken zu streuen. Diese Praxis wird nicht als Ausdruck
besonderer Systemkritik verstanden, sondern als Bestandteil professionellen Risikomanagements. Vor diesem Hintergrund erscheint es konsistent, auch im privaten Vermögensaufbau strukturelle Diversifikation zu
berücksichtigen.

Fazit

Eine erweiterte Risikobetrachtung ergänzt die klassische Analyse um die Dimension der Rahmenbedingungen. Sie
ersetzt nicht die Bewertung einzelner Anlagen, sondern erweitert sie um eine strukturelle Perspektive. Die zentrale
Frage ist dabei nicht, ob ein bestimmtes Szenario eintritt, sondern ob Vermögen so organisiert ist, dass es unter unterschiedlichen Bedingungen handlungsfähig bleibt. In diesem Sinne ist die Einbeziehung von Rechtsräumen, Währungsstrukturen und Verwahrorten keine Frage der Weltanschauung, sondern eine Frage der Vollständigkeit in der Betrachtung von Risiken.

Torsten Jungbluth

Torsten Jungbluth

Als Ansprechpartner steht Torsten Jungbluth zur Verfügung: Diplom Kaufmann, Jahrgang 1967, mit über 25 Jahren Berufserfahrung im Finanzbereich, beginnend als Vorstandsassistent in einem der größten Versicherungskonzerne der Welt (AXA), dann als Leiter Finanzen einer ausländischen Tochtergesellschaft dieses Konzerns (Madrid, Kunstversicherung). Seit 1999 selbstständiger Vermögensberater für Privatkunden, seit 1998 Euroskeptiker wegen des Beitritts Italiens zur Eurozone trotz nicht erfüllter Konvergenzkriterien. Skeptisch allerspätestens seit ca. 2009 mehr zu Recht, als ihm selber lieb ist.

Ziel der Beratung ist die Steigerung der Unabhängigkeit von eventuellen künftigen Eingriffen der Politik in den Zahlungsverkehr oder Zugriffen auf das Vermögen der Sparer. Beides hat es schon in der Geschichte der Eurokrise gegeben, obwohl damals nur „kleine“ Volkswirtschaften betroffen waren.

Auf handwerklicher Ebene ist die Aufgabe des Beraters, die für den Kunden passenden Partner und Produkte zu finden, um zu künftigen politischen Übergriffen oder auch „nur“ Bankenkrisen mehr Sicherheitsabstand zu haben als mit einer Lagerung von Vermögensteilen innerhalb der EU bzw. der Eurozone.

Mehr zur Strategie finden Sie auf der neuen Website private-exit.com.

Zu Private Exit

Für das Thema internationale Edelmetalllagerung betreibt Private Exit zusätzlich die Informationsplattform private-exit-gold.com.

Private Exit Gold ist eine Informations- und Vermittlungsplattform für physisches Edelmetall mit internationaler Lagerstruktur.

Zu Private Exit Gold

Wir hätten lieber einen funktionierenden Euro und einen gesunden Staatshaushalt als eine Webseite, die vor Euro- und Haushaltsrisiken warnt.

Haben wir aber nicht. Deswegen sind wir froh, wenigstens Lösungen zu haben.

Sprechen Sie uns an, wir finden mit Ihnen die passenden.

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